Daten & Quellen
WaldbrandRadar kombiniert zwei sehr unterschiedliche Datenarten: Satellitendetektionen von Hitze und ein Modell für Rauch. Beide haben klare Grenzen.
Brände: NASA FIRMS (Satellitendetektionen)
Grundlage sind Wärmeauffälligkeiten („thermal anomalies“, Hotspots) aus den Instrumenten MODIS (Terra, Aqua) und VIIRS (Suomi NPP, NOAA-20, NOAA-21), bereitgestellt über NASA FIRMS als Near-Real-Time-Daten.
- Eine Detektion ist kein bestätigter Waldbrand. Sie bedeutet nur, dass dieser Bildpunkt auffällig heiß war.
- Auch Industrieanlagen, Fackeln, Brandrodung, Feld- oder Gebäudebrände können so erscheinen.
- Satelliten übersehen auch Brände: unter Wolken, bei kleinen Feuern, unter Baumkronen oder zwischen zwei Überflügen.
- Der Zeitpunkt hängt vom Überflug ab. Zwischen Brandbeginn und Anzeige können Stunden liegen; jede Detektion trägt daher „zuletzt erkannt“.
- Die Bodenauflösung beträgt ca. 375 m (VIIRS) bzw. 1 km (MODIS). Flächenangaben sind Summen erfasster Brandpixel, keine vermessenen Brandflächen.
Attribution und Haftungsausschluss (NASA FIRMS / LANCE)
„We acknowledge the use of data and/or imagery from NASA's Fire Information for Resource Management System (FIRMS) part of NASA's Land, Atmosphere Near real-time Capability for Earth observations (LANCE) and NASA's Earth Science Data and Information System (ESDIS).“
Die Daten werden „as is“ bereitgestellt; NASA und ESDIS übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit oder Vollständigkeit, und wegen der räumlichen Auflösung wird ausdrücklich davon abgeraten, sie für taktische Entscheidungen oder Aussagen über die Lage vor Ort zu verwenden. Vollständiger Haftungsausschluss: LANCE Disclaimer.
Attribution EUMETSAT LSA SAF (FRP-Produkte)
FRP-Werte aus Meteosat-Detektionen nutzen Produkte des EUMETSAT Satellite Application Facility on Land Surface Analysis (LSA SAF): FRP-PIXEL (LSA-502, MSG/SEVIRI) und MTFRPPIXEL (LSA-509, MTG/FCI), lizenziert unter CC BY 4.0.
Amtliche Warnungen: warnung.bund.de / MoWaS
Die Karte zeigt amtliche Bevölkerungsschutzwarnungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) – derselbe Datenstrom, aus dem auch die Warn-App NINA gespeist wird (MoWaS). Dargestellt wird nur die Teilmenge mit Bezug zu Waldbrand, Großbrand, Rauch und Brandgeruch; die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Amtliche Warnungen und Satellitendetektionen sind getrennte Quellen: Eine Warnung in der Nähe bestätigt keinen Brandpunkt, und ein Brandpunkt bestätigt keine Warnung.
- Fehlt eine amtliche Warnung, bedeutet das nicht, dass keine Gefahr besteht.
- Verbindlich sind ausschließlich die Meldungen der herausgebenden Behörde auf warnung.bund.de.
Rauch: Copernicus CAMS (Modell)
Die Rauchflächen stammen aus dem europäischen Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS), Produkt Feinstaub (PM10) aus Vegetationsbränden in Bodennähe, über den WMS-Dienst von ECMWF.
- Es handelt sich um eine Modellrechnung, nicht um eine Messung und nicht um ein Satellitenbild.
- Die Ränder der Flächen sind keine exakte Rauchgrenze. Das Modellgitter ist rund 10 km grob.
- Lokal kann es deutlich anders riechen und aussehen als modelliert – Geländeform, Windrichtung und Inversionen wirken kleinräumig.
- Jede Darstellung gilt für einen Zeitpunkt. Der Zeitstempel in der Karte gehört zur Information, auch bei den Vorhersagestunden.
Lizenz und Attribution (CAMS / ECMWF)
Die Nutzung erfolgt unter der Licence to Use Copernicus Atmosphere Monitoring Service Products (ECMWF im Auftrag der Europäischen Kommission).
- Rauchflächen (umgefärbt und vektorisiert dargestellt): „Contains modified Copernicus Atmosphere Monitoring Service information 2026.“
- Ortsbezogene Rauchwerte in µg/m³ (unverändert übernommen): „Generated using Copernicus Atmosphere Monitoring Service information 2026.“
- „Any such publication or distribution shall state that neither the European Commission nor ECMWF is responsible for any use that may be made of the information it contains.“ – Weder die Europäische Kommission noch das ECMWF sind für eine Nutzung der hier dargestellten Informationen verantwortlich.
Mehr dazu: Waldbrandrauch erklärt.
Gemessene Luftqualität: UBA Luftdaten (nur Deutschland)
Für ausgewählte Orte in Deutschland zeigt WaldbrandRadar zusätzlich den aktuellen Messwert der nächstgelegenen aktiven Station des UBA-Luftmessnetzes (Air Data API, Version 4): PM10 als Gesamtbelastung und – soweit an der Station vorhanden – PM2,5, jeweils als Stundenmittel mit Messzeitpunkt und Entfernung.
- Wichtig für die Einordnung: Die UBA-Messung erfasst die gesamte Feinstaubbelastung aus allen Quellen (Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Ferntransport …). Sie sagt nichts darüber aus, ob der Anteil aus Waldbränden stammt – dafür steht nur das CAMS-Modell. Beide Werte werden deshalb getrennt dargestellt.
- Die Werte werden stündlich gemessen, aber mit Verzögerung von ein bis mehreren Stunden veröffentlicht; einzelne Stunden können fehlen. Ist der letzte Messwert älter als sechs Stunden, wird er als veraltet gekennzeichnet.
- Liegt keine aktive Messstation im Umkreis von 50 km, wird das gesagt statt den fernen Wert als örtlich repräsentativ darzustellen.
- Ist der UBA-Dienst nicht erreichbar, bleibt die übrige Karte einschließlich des CAMS-Rauchmodells davon unbeeinflusst.
Lizenz und Attribution (UBA Luftdaten)
Nutzung unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – 2.0 (dl-de/by-2-0): „Umweltbundesamt mit Daten der Messnetze der Länder und des Bundes.“
Basiskarte
Kartenhintergrund: OpenFreeMap (Stil „Liberty“ bzw. „Dark“), Kartendaten von OpenStreetMap-Mitwirkenden, ODbL. Kartendarstellung mit MapLibre GL.
Ortssuche
Die Suche nach Ort oder Postleitzahl läuft über einen eigenen Datenauszug von GeoNames (CC BY 4.0) für DE/AT/CH. Sie wird auf unserem Server ausgewertet; es geht dabei keine Anfrage an einen externen Geocoder.
Wie Brandpunkte zu Ereignissen werden
Einzeldetektionen werden zusammengefasst, wenn sie räumlich und zeitlich nah beieinander liegen. So bleibt ein Feuer, das sich über Stunden ausbreitet, ein Ereignis statt vieler Punkte. Ereignisse ohne neue Detektion in den letzten 24 Stunden werden als veraltet ausgegraut dargestellt – sie können erloschen sein.
Häufige Fragen zur Datengenauigkeit
Warum hat ein aktiver Brand manchmal keinen aktuellen Satellitenpunkt?
- Überflugzeiten: Satelliten (VIIRS, MODIS) überfliegen Mitteleuropa nur wenige Male am Tag (typisch 2–4 nutzbare Überflüge pro Instrument). Dazwischen vergehen Stunden.
- Wolken und dichter Rauch: Optische und thermische Sensoren können nicht durch geschlossene Wolkendecken blicken. Auch dichter Rauch kann die Wärmestrahlung dämpfen.
- Schwellenwerte und Intensität: Ein kleineres Bodenfeuer oder Nachlöscharbeiten strahlen oft nicht genug Hitze ab, um den Erkennungsschwellenwert des Sensors aus dem All zu erreichen.
- Amtliche Lage: Liegt eine amtliche Warnung vor, die den Brand weiterhin als aktiv beschreibt, bleibt das Ereignis auf der Karte erhalten – mit dem Hinweis „Keine frische Satellitendetektion · amtlich weiterhin aktiv“.
Warum bleibt ein alter Punkt sichtbar, obwohl das Feuer gelöscht ist?
- Ein Satellitenpunkt ist eine Momentaufnahme („Hier war es um 14:22 Uhr heiß“), kein kontinuierlicher Zustandssensor. Er verschwindet nicht automatisch, wenn die Feuerwehr „Feuer aus“ meldet.
- Ohne neue Detektion wird ein Ereignis nach 24 Stunden ausgegraut und nach spätestens 72 Stunden ausgeblendet.
- Liegt eine amtliche Entwarnung vor, wird das Brandereignis von der Standardkarte entfernt bzw. im Detail als „Entwarnung · Brandereignis nicht mehr aktiv“ geführt.
Grenzen der Daten
Satelliten- und Modelldaten können Brände übersehen oder falsch einordnen. WaldbrandRadar ist kein amtlicher Warndienst. Bei unmittelbarer Gefahr: 112 und amtliche Warnungen beachten.